WärmeCheck
Redesign eines Heizungswartungs-Buchungssystems
Ein generisches SaaS-Buchungstool ersetzt durch eine branchenspezifische, nutzerorientierte Buchungsstrecke – konzipiert, getestet und umgesetzt in 8 Phasen.
UX Research, Interaction Design, Frontend
2026
Figma, HTML, Tailwind CSS
Heuristik, Usability-Test, Iteration
Von generisch zu branchenspezifisch – ein Buchungssystem neu gedacht
Im Rahmen einer Konzeptstudie habe ich das Buchungssystem eines Hamburger Heizungsfachbetriebs (GasControl) analysiert und unter dem Projektnamen WärmeCheck neu konzipiert. Das genutzte generische SaaS-Buchungstool befolgte keine UX- und UI-Richtlinien, was zu Verwirrung, Fehlern und potenziellen Abbrüchen führte. Im Rahmen der Analyse habe ich 3 funktionale Bugs und mithilfe der Nielsen-Heuristiken 10 UX-Probleme identifiziert. Auf Basis einer Persona und einem klaren Nutzerfluss habe ich ein branchenspezifisches Redesign entwickelt, das in einem Usability-Test mit 4 Probanden getestet.
Saisonales Geschäft, kritische Buchungsstrecke
GasControl ist ein Hamburger Heizungsfachbetrieb, der Privatkunden bei der jährlichen Wartung, Reparatur und Instandhaltung von Gasheizungen betreut. Das Kerngeschäft ist saisonal und der Großteil der Buchungen findet im Spätsommer und Herbst statt, bevor die Heizperiode beginnt. In dieser umsatzstärksten Phase ist eine funktionierende Buchungsstrecke geschäftskritisch.
Für die Online-Terminbuchung nutzte GasControl ein generisches SaaS-Tool (eTermin.net). In der Analyse zeigte sich: Das Tool verletzt grundlegende UX-Prinzipien. Buttons verschwinden ohne Erklärung, Preisangaben sind fehlerhaft, beim Zurücknavigieren gehen alle Eingaben verloren, ohne jede Vorwarnung. Ein Nutzer, der einen Termin buchen will, wird systematisch in die Irre geführt. Wer abbricht, bucht woanders.
3 funktionale Bugs im Live-System
Top-4-Findings
Markus Zimmermann – Hauptpersona
– Sicher sein, das Richtige zu buchen
– Vertrauen zur neuen Firma aufbauen
– Möglichst schnell durch sein
– Weiß nicht, welches Paket für seine Heizung gilt
– Springt zurück zum Korrigieren – und verliert alle Eingaben
– Sieht keinen Preis mehr und weiß nicht, ob die Buchung ankam
Sicherheit vor Geschwindigkeit. Für einen Erstkunden ist Vertrauen wichtiger als ein Schritt weniger.
Wichtige Design-Entscheidungen
4 Probanden, ein Flow, klare Ergebnisse
Vier Probanden vor Ort getestet. Bei den Probanden handelt es sich um 4 Personen mittleren Alters (wie Persona Markus im Alter zwischen 45–55) und 2 Jüngeren (im Alter von 20–30). Jeder Proband hat dieselben Aufgaben durchlaufen: von der Startseite bis zur Buchungsbestätigung, ohne Hilfe.
6
Probanden vor Ort
100%
Erfolgsrate
1:46
Min. Durchlaufzeit
3
Kritische Findings
Was die Probanden gezeigt haben
Vier konkrete Änderungen auf Basis der Findings
Eine vollständige, funktionsfähige Buchungsstrecke – responsive, mit echten Fehlerzuständen und konsistenten Design-Tokens.
Das Ergebnis basiert auf einer realen Persona, systematischer Analyse und einem Usability-Test mit 6 Probanden und 100% Erfolgsrate. Durchschnittliche Durchlaufzeit: 1:46 Min.
Was ich aus dem Projekt mitnehme
Methodisch sauber vorgehen zahlt sich aus
Der größte Lerneffekt war die Disziplin, Phasen wirklich einzuhalten: erst verstehen, dann definieren, dann designen. Die Heuristische Evaluation hat Befunde produziert, die ich ohne strukturierte Methodik nie gefunden hätte – zum Beispiel den Datenverlust-Bug.
Testen was man baut
Der Usability-Test hat gezeigt, dass selbst Probleme, die ich für klein hielt (PLZ/Ort-Inkonsistenz), alle vier Probanden betroffen haben. Und Probleme, die ich für groß hielt (kW-Auswahl), wurden durch die richtige Hilfestellung entschärft. Ohne echte Probanden wäre das Redesign auf meinen eigenen Annahmen geblieben.